Hamburger Hitzefrei
Wer kann flieht an die Ostsee, in den Klövensteen oder ins Freibad. Hamburg schwitzt im ersten Frühsommer der Klimakatastrophe
Moin Hamburg,
Ich grüße euch von der Ostsee. Hierhin und an die Nordsee fliehen all die Hamburgerinnen, die es können. Die Züge nach Norden waren proppevoll aber nur teilweise klimatisiert. Wer in Kiel ausstieg traf jedoch auch auf 32 Grad. Immerhin vier bis fünf weniger als in der schönsten Stadt.
Dabei haben wir es im Norden noch gut, Brüssel meldete 47.3 Grad - fast fünfzig! Morgens beim Hafenmeister, nach einer durchgewitterten Nacht, berichtete dieser von Heimkehrern aus Köln, gerade frisch aus dem ländlichen Elternhaus ausgezogen, die sich wieder bei Mama und Papa einquartieren: “ich halt das hier nicht mehr aus, ich komm zurück in den Norden”.
Moin zu einer neuen Ausgabe des Ring 2 Hamburg Logbuchs – eurer wöchentlichen Dosis Großstadtnews zwischen Alster und Elbe. Wer diese Woche nicht auf dem Weg ins klimatisierte Büro verdampft ist, dem haben wahrscheinlich unsere maroden Verkehrswege den Rest gegeben.
Schauen wir mal, was die geschätzten Kolleginnen und Kollegen von NDR.de, Mopo.de und Hamburger Abendblatt die letzten sieben Tage so zusammengetragen haben. Spoiler: Es war heiß, es war chaotisch, und Hamburgs teuerster Beton-Stumpen steht immer noch nutzlos in der Gegend herum.
Die News der Woche: Hamburg kocht (und platzt)
1. Die A7 kapituliert vor dem Hitzedom (Quelle: Mopo.de)
36 Grad? Das ist für Hanseaten schlichtweg Körperverletzung. Die A7 sah das offenbar ähnlich und ist vor lauter Hitze am Wochenende aufgeplatzt (”Blow-up”). Während die U3 wegen technischer Störungen lieber Busse statt Bahnen durch die Stadt schickte, schwitzten zehntausende Hamburger beim Paul-Kalkbrenner-Konzert Open Air. Das Vorprogramm musste ausfallen, der Hitze wegen.
Fazit: Hamburg kann Schietwetter, aber den neuen Frühsommer können wir infrastrukturell nicht.
2. Das Halbmarathon-Desaster (Quelle: Mopo.de)
Wo wir gerade beim Schwitzen sind: Der hella hamburg halbmarathon wurde zum echten “Desaster”. Extreme Hitze, enormer Druck, Terminchaos und Diskussionen um Rückerstattungen – der Chef musste am Wochenende die vernünftige Absage erklären. Wer bei fast 40 Grad gefühltem Asphalt durch die Stadt rennen will, hat zwar ohnehin den Schuss nicht gehört, aber für die extra angereisten Läufer war das natürlich bitter.
3. Elbtower-Rettung wackelt – mal wieder (Quelle: Hamburger Abendblatt)
Unser aller Lieblingsruine in der HafenCity, in Hamburg spöttisch der “Kurze Olaf” getauft, bleibt uns wohl noch als Mahnmal der Überheblichkeit erhalten. Die Einigung zur Rettung des Elbtowers verzögert sich. Keine Überraschung. Fragt sich Senat wirklich noch jemand, warum HH kein Olympiawagnis wollte?
Was nächste Woche ansteht:
Der Sommer bleibt uns erhalten, allerdings kommt Regen und Schwüle dazu — immerhin bei unter 30 Grad wirds angenehmer. Für alle, die noch Energie haben, hat die nächste Woche (29. Juni – 5. Juli 2026) auch außerhalb der eigenen vier Wände etwas zu bieten:
1. Juli: HSV gegen den FC Everton. Sommerpause? Von wegen. Der HSV probt im Testspiel den internationalen Flair gegen den Premier-League-Club. Eine exzellente Gelegenheit für die Fans, sich schon vor dem Saisonstart der Bundesliga ein bisschen aufzuregen oder vom internationalen Geschäft zu träumen.
1. – 4. Juli: Weltkongress IACAPAP im CCH. Ein massiver Kongress (Kinder- und Jugendpsychiatrie) zieht Hunderte Experten in die Stadt. Wenn ihr rund ums Dammtor also noch mehr Anzugträger als sonst seht, wisst ihr Bescheid.
Laufend: 45Hertz Festival (CCH-Vorplatz). Geht noch bis in den Juli rein. Kultur, Mucke und hoffentlich genug Kaltgetränke.
Bleibt tapfer, trinkt Wasser und meidet die Sternbrücke – da starten jetzt die ganz großen Sperrungen für den Mega-Umbau.
Bis nächste Woche dann wieder aus Altona, euer Erik

